DAY°100-111 – CAMBODIA#2

Ich habe meinen 100. Tag auf Reisen mit einer Lebensmittelvergiftung zelebriert. Könnte man durchaus schöner verbringen, aber manchmal gibt einem das Leben Zitronen und man hat halt einfach grad keinen Bock auf Tequilla.

Nach 3 Tagen im Bett auskurieren habe ich meinen letzten Abend am Otres Beach verbracht, Sonnenuntergang geschaut und Nudelsuppe gegessen. Und am nächsten Tag dann endlich der Bus zum nächsten Ort.

KAMPOT
Nicht umsonst schwärmen so viele von diesem Ort. Eine süße Stadt mit Flüssen, dem Bokor National Park, Fireflies und netten Menschen. Sery, ein Kambodschaner hat mich immer von A nach B gefahren und mit Kambodscha von einer wirklichen uniquen Seite gezeigt. Ich weiß immer noch nicht wie das Gericht heißt, aber es is mega gut.

 

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Wir waren auch an einem See (leider keine Ahnung welcher) und haben mal wieder einen von unendlich vielen schönen Sonnenuntergängen geschaut. Super kitschig mit Schwanen-Boot vor unserer Nase.

 

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Nach einem Ausflug nach Kep sind wir den ganzen Nachmittag Faul herumgehangen in Hängematten und haben dieses süße kleine Schaf kennengelernt.

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Links: Sery, ganz stolz auf seine Fake-Cartier-Sonnenbrille. Rechts: süßes Schaf, leider zu groß für meinen Rucksack.

Und dann war ich endlich wieder halbwegs fit genug um ne kleine Tour zum Bokor National Park zu machen. Mit dem Mini-Van geht’s auf den Berg und dort von einem schönen Aussichtspunkt zum nächsten.

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Grün, grün, grün, ist meine lieblings Farbe…
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Grand Casino Ruine

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Wahnsinnig weit oben – wahnsinnig schöne Aussicht.
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Was wäre ein Berg ohne Buddha?

Am Abend dann mit dem Boot dem Sonnenuntergang entgegen fahren und den Fireflies (Glühwürmchen) beim um-die-Wette-leuchten zuschauen. Wunderschön aber fast schon ZU kitschig. :p

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Dann ging’s auf nach Phnom Penh. Ein super kleiner enger Bus mit ca. 25 Leuten drin, 0 Beinfreiheit. Statt 3-4 Stunden hat es 6 Stunden gedauert. Und dann kommt man im Guesthouse, sieht die grindigen Betten und ist aber einfach nur zu ko um sich was anderes zu suchen. Da schläft man dann ganz unschuldig ein, wacht um 3 Uhr in der Nacht auf weil da ein komisches Geräusch ist, macht die Augen auf und sieht 2 betrunkene Leute im Nebenbett Bettsport betreiben. What a start (again).

PHNOM PENH
Die Hauptstadt Kambodschas. Ist wirklich eine Stadt im Gegensatz zu den meisten anderen Orten. Wesentlich entwickelter aber im Vergleich zu beautiful Vienna natürlich trotzdem noch Kambodscha. Aber man flüchtet ja auch nicht aus Wien um das selbe in Grün am anderen Ende der Welt zu sehen. Nach dem Frühstück hab ich mir ein Motorbike-Taxi gebucht, das mich für 11$ erst beim S21 Museum, dann bei den killing fields und dann wieder beim guesthouse abgesetzt hat. Sind recht große Distanzen (vor allem zu den killing fields, ~30 Minuten).

S21 Museum
Eigentlich eine Schande, dass wir in Europa nicht wirklich die Geschichte von anderen Teilen der Erde lernen. Was in Kambodscha passiert ist, ist mindestens so schlimm wie der 2. Weltkrieg und wird einfach überhaupt nicht diskutiert bei uns.
1975 (!!!) wurde 1/4 der Bevölkerung von der Khmer-Rouge („die roten Khmer“, Khmer = Teil der Kambodschaner) grausam ermordet. Alle schlauen Leute (Ärzte, Lehrer, etc.; oder einfach wer eine Brille trägt) und sogar Kinder waren Opfer dieses Verbrechens. Sie wurden erst ins S21 gebracht, quasi ein Folter-Gefängnis wo sie solange gefoltert wurden, bis sie ein Verbrechen unterschrieben haben, was sie gar nicht begangen hatten. Und dann ging’s zu den…

 

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…Killing Fields
Vergleichbar mit dem System des WWII. Ihnen wurde gesagt, dass sie wieder nach Hause gefahren werden aber in Wirklichkeit wurden sie hier hin gebracht. Laute Musik übertönt die Schreie der Opfer. Die Menschen mussten sich vor die Massengrab-Gruben knien und wurden dann mit einfachen Werkzeugen (Hammer, Hacke, Bambusstöcken oder sogar Palm-Rinde) erschlagen, Kehle aufgeschlitzt,…
Kleinkinder und Babys wurden vor den Augen der Mütter an Bäumen zerschlagen. Später hat man Gehirn-, Schädelknochen- und Haar-Reste an Bäumen gefunden.

Grausam.

Mit einem Audioguide ausgestattet wandere ich von Station zu Station und höre die Geschichten der Khmer-Rouge und bin entsetzt, dass so etwas vor gar nicht all zu langer Zeit passieren konnte. Innerhalb von 3 Jahren 1/4 der Bevölkerung vernichten.

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Mit diesem geschichtlichen Input verstehe ich auch langsam, wieso Kambodscha so ist, wie es ist. Die Menschen werden noch viele Jahre brauchen um den intellektuellen Standard von damals wieder zu erreichen aber ich bin mir sicher sie sind auf dem besten Weg. Die Kinder hier sprechen super Englisch und können schreiben. Jedenfalls die, die in die Schule gehen…

Nach so einem Tag macht man dann nicht mehr viel. Ich habe mich auf die Dachterrasse des Guesthouses gechillt und endlich verstanden was sie mit „Rooftop with Pool“ meinten. Nix da Swimming-Pool. Ein schöner großer Pool-Table. Damn it.

RATANAKIRI
Nach 2 Nächten busy Phnom Penh hab ich mich früh morgens aufgemacht und habe den Bus nach Ratanakiri genommen. Mir wurde gesagt 6-8 Stunden Fahrt – letztenendes waren es fast 12. Schön und gut. Immerhin irgendwann angekommen. Tipp an alle die diese Strecke auch mal fahren wollen: kauft das Busticket direkt bei der Busstation, nicht im Guesthouse/Hostel/Touristinfo. Ich habe so 25% gespart und statt 18$ („special price“) nur 12,75$ gezahlt.

In Ratanakiri angekommen habe ich im „Backpacker Pad“ eingecheckt. Dormroom für 2$. Da kann man mal wieder nicht viel erwarten aber solange man ein Bett hat…ARSCHKALT in der Nacht. Fuck, ich bin im Norden. Mein einziges halb-langärmliges Shirt habe ich auf der Insel vergessen, also muss der einzige Pulli und 2 Hosen hinhalten um nicht zu erfrieren. Durchgefroren aufgewacht und erstmal mit noch kälterem Wasser duschen. Das ist Urlaub, huh? Also alle die mich bis jetzt beneidet habe, dürfen jetzt kurz aufatmen und lachen.

Am nächsten Tag ins „Banlung Balcony“ umgezogen. Ebenfalls in einen 2$ Dorm aber schaut wetterfester aus. Am Nachmittag mit einem Kiwi zum berühmten Vulkankrater-See gefahren und ins erfrischende Wasser geschmissen. Das haben wir uns nach dem anstrengenden Radweg auch verdient. Mit schrottigen Fahrrädern Bergauf und -ab. Heute ist Chinese New Year’s Eve, drum war hier viel los. Hunderte Jugendliche in Grüppchen haben schon Mittags angefangen die ersten Bier zu zischen und Musik aufzudrehen. Am Nachmittag noch kurz auf den Markt und dann zurück ins Hostel wo ich endlich wieder jemanden getroffen habe, den ich kenne. Clara hab ich auf Koh Tao beim Tauchkurs kennengelernt und wir haben uns ausgemacht, dass wir uns im Nordosten Kambodschas treffen.

Hier sind wir jetzt nun. Faul gammeln wir herum, sind in ein super lässiges Doppelzimmer umgezogen (auch wenn die „hot shower“ kalt ist, ist es das schönste Zimmer in dem ich bisher gewohnt habe) und kosten uns durch die umfangreiche Speisekarte des Guesthouse-Restaurants durch.

Morgen geht’s dann auf nach Mondulkiri und danach Kratie. Da werden wir dann vermutlich aus unserer Faulheits-Starre erwachen und die Natur unsicher machen.

Und weil ich immer noch andauernd gefragt werde, wann ich wieder komme:
Ich bin noch ca. 1 Woche in Kambodscha und dann jeweils 3-4 Wochen in Laos, Vietnam, Malaysia und Indonesien – vorausgesetzt ich hab wirklich Bock all diese Länder während dieser Reise zu machen und vorausgesetzt es kommt nicht noch ein Land dazu, dann wissen die, die rechnen können jetzt also, dass ich in etwa 13-17 Wochen wieder heim fliege. Das ist dann Mitte-Mai/Anfang Juni. (;

Cheers!

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